Feuerwehr Pettstadt

 

        Die Geschichte der Pettstadter Feuerwehr

 

 

Seit Jahrtausenden kann das Feuer der größte Feind der Menschheit sein, denn dieses Feuer hat nicht nur die Macht Menschen zu töten sondern auch den persönlichen Ruin herbeizuführen. Aus diesem Grund haben sich Menschen zusammengeschlossen um sich in nachbarschaftlicher Selbsthilfe zu schützen.

In Pettstadt wurde im Jahre 1870 zum Zwecke des Feuerschutzes die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Als Ausrüstung wurden Gerätschaften wie Löscheimer, Feuerhaken und Feuerleitern angeschafft. Um einen Brandherd möglichst schnell zu erspähen und ihm wenn möglich noch im Keim zu ersticken, wurde neben dem Routinegang des Nachtwächters jede Nacht eine andere Familie zur Feuerwache eingeteilt. Mit diesem Tun, war die Gemeinde der im Jahre 1875 angeordneten Schaffung einer Pflichtfeuerwehr längst voraus. Mit den Gerätschaften wurden regelmäßig Übungen abgehalten. Auch während der Kriegsjahre 1914 - 1918 sowie 1939-1945 wurde die Tätigkeit von den im Ort verbliebenen Personen übernommen. Nach dem 2. Weltkrieg begann im Zuge eines Neuaufbaues aller Feuerwehren auch die Pettstadter Wehr wieder ihren Dienst aufzunehmen. Die Beschaffung einer handbetriebenen Druckpumpe sowie der Bau eines Löschwassergrabens sorgten für einen ausreichenden Feuerschutz. Dieser Löschgraben wurde vom Anwesen Geus (heute Kaulberg 6) bis zum unteren Kreuz errichtet. Das Wasser wurde von der Rauhen Ebrach abgeleitet und konnte durch das Einsetzen von Schützen angestaut werden. Die Wasserentnahme erfolgte im Ernstfall mit den Löscheimern zur Füllung der handbetriebenen Druckpumpe. In den fünfziger Jahren erfolgte der Kauf einer motorbetriebenen Tragkraftspritze. Die Tragkraftspritze und das Zubehör war bereits auf einen offenen einachsigen Anhänger montiert und konnte mit Pferden später mit den ersten Traktoren gezogen werden. 1968 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger, der mit einer leistungsstärkeren TS 8/8 bestückt war in Dienst gestellt. Mit dieser Ausrüstung hat die Wehr einige größere Einsätze erlebt. Durch die ständige Einwohnersteigerung des Ortes wurden die Stimmen nach einen Löschfahrzeug immer lauter, so das sich die Gemeinde 1988 mit der Anschaffung eines solchen beschäftigen mußte. Als Haupaufgabe der Pettstadter Wehr standen für die Gemeinde zur Erfüllung ihrer Aufgaben gemäß Bayerischen Feuerwehrgesetz (BayFwG) zwei grundsätzliche Aufgaben an. Es waren dies in erster Linie der Brandschutz und das Hochwasser. Die Aufgaben zur technischen Hilfeleistung wurden damals als nicht relevant angesehen, da hier unsere Feuerwehr noch nie zu solchen Einsätzen herangezogen wurde und die umliegenden Feuerwehren aus Hirschaid, Burgebrach und Stegaurach über ausreichendes Gerät verfügten. Mit der Anschaffung eines LF8 mußte die Gemeinde auch die im Bayerischen Feuerwehrgesetz (BayFwG Art.17) verankerten Aufgabe der überörtlichen Hilfe im Brand- und Katastrophenfall verstärkt nachkommen. Auf Grund dieser gesetzlichen Vorgabe stiegen somit unsere Alarmierungen sukzessive an.

Im Juli 1990 war es endlich soweit, das neue Löschfahrzeug LF8 wurde offiziell eingeweiht. Von nun an hatten sich einige freiwillige Feuerwehrleute zu Atemschutzträgern ausbilden lassen, um die Personenrettung im Brandfall erheblich zu verbessern. Als Trend der 80-ziger Jahre zeigt sich, dass die eigentliche Aufgaben der Brandbekämpfung prozentual immer weniger wurde und die technischen Hilfeleistungen anstieg. Aus diesem Grund stand ab 1997 die Versorgung der Bundesstraße 505 als weitere Aufgabe an.

Im November 1996 wurde durch den 1. Kommandanten Thomas Dotterweich die Gründung einer Jugendgruppe angestrebt. Die Suche nach einen Jugendwart stellte sich überraschender Weise sehr unproblematisch dar. So konnte der Feuerwehrkamerad Raimund Werner für diese Aufgabe gewonnen werden. Dieser baute die Jugendgruppe sukzessive auf und so konnte man im 3 Jahr schon eine Stärke von mehr als 15 Jugendlichen verbuchen. Neben vielen Veranstaltungen die die Jugendlichen besuchten, wurden speziell der Fokus auf die feuerwehrtechnische Ausbildung wie z.B: Truppmann dieser Feuerwehranwärter gelegt. Ab dem Jahre 2006 wurde die Leitung der Jugendfeuerwehr an Dominik Stolze übergeben. Dieser führte zusammen mit seinem Stellvertreter Martin Göpel die Jugendfeuerwehr in eine weitere und sehr erfolgreiche Ära.  Die Jugendgruppe konnte in einem Zeitraum von 2 Jahren auf über 25 Jugendliche gesteiger gesteigert werden. Hier ist ganz besonders hervorzuheben, dass es gelang, über 10 Jugendliche der Altersgruppe 15 bis 18 neu zu gewinnen. Bis zum heutigen Tage sind rund 35 aktive Feuerwehrleute über die Jugendgruppe in den aktiven Dienst gewechselt und stehen als Feuerwehrmännen und -frauen zur Verfügung.

Ab dem Jahre 2000 sorgte ein ausgeklügeltes Ausbildungsprogramm für eine stetige Steigerung der Kenntnisse aller Aktiven. In monatlich abgehaltenden Übungen wurde ein breites Programm an Themen angeboten und von den Feuerwehrdienstleistenden postiv angenommen. Die Dienstleistenden treffen sich neben monatlich abgehaltenen Übungen auch gelegentlich zu anderen Freizeitaktivitäten.

Seit 2005 zeigte eine Neustrukturierung auf der Führungsebene neue Impulse. Gruppenführer und Fachbereichsverantwortliche initiierten gemeinsam neue Aktivitäten in der Wehr. Fachbereichsleiter mit unterschiedlichsten Aufgabenschwerpunkten kümmern sich um allgemeine Aufgaben. So gibt es zwischenzeitlich auch eine Freizeitgruppe, welche sich im festen Zyklus trifft um Sport zu treiben. Andere hingegen geben kompetenten Unterricht in der Schule und im Kindergarten. Seit rund zwei Jahren sorgt ein festes Team dafür, dass bei eine ausreichende Versorgung innerhalb der Gemarkung bei Einsätzen zur Verfügung steht.

Für das Jahr 2010 strebt die Wehr eine Fahrzeugneubeschaffung an. Nach einer ausgiebigen Bewertung aller Gegebenheiten in der Gemeinde, wurde im Jahre 2007 der Antrag auf Beschaffung eines neuen und an die Belange der Ortschaft angepassten Fahrzeuges gestellt. Im Gemeinderat erfolgte spontan die Zustimmung bezüglich Beschaffung mit dem Hinweis "Nicht kleckern sondern klotzen". Wir werden somit ein Fahrzeug vom Typ HLF10/6 beschaffen. Unser bis dato genutztes Fahrzeug vom Typ LF8 verbleibt weiterhin in der Wehr und soll uns bei der Brandschutzaufgabe zusätzlich zur Verfügung stehen.